Evaluation

Prozessvermeidungsquote: 85,4%.

Die ärztlichen Schlichtungsstellen verfolgen in erster Linie das Ziel, Arzthaftungs-streitigkeiten abschließend und zur Überzeugung aller Beteiligten so umfassend aufzuklären, dass gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden.

Die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern führte Ende 2016 eine Umfrage mit dem Ziel durch, die Akzeptanz ihrer Entscheidungen und die „Prozessvermeidungsquote“ zu ermitteln. Gerichtliche Auseinandersetzungen über mehrere Instanzen nehmen oftmals einige Jahre in Anspruch, so dass als Basis der Entscheidungsjahrgang 2011 diente.

Von 2520 im Jahre 2011 abgeschlossenen Verfahren die angefragt wurden, erhielt die Schlichtungsstelle 1586 Antworten. Von diesen 1586 waren in 1125 Fällen (70,94%) die Ansprüche als unbegründet, in 461 Fällen (29,06%) als begründet bewertet worden. Befragt wurde jeweils der Haftpflichtversicherer des in Anspruch genommenen Arztes/Krankenhauses.

Die Auswertung zeigt, dass von den ausgewerteten 1586 Entscheidungen der Schlichtungsstelle in 1354 Fällen Zivilprozesse vermieden werden konnten.

Lediglich in 232 Fällen kam es nachfolgend zu einem Gerichtsverfahren.

Nach Auswertung auch der abgeschlossenen Gerichtsverfahren ergab sich eine Konformität aller Entscheidungen in 1489 Fällen, in Höhe von 96,43%.

Die „Prozessvermeidungsquote“ – und damit die Effizienz der Norddeutschen Schlichtungsstelle – liegt dementsprechend bei 85,4 %. Das, im Vergleich zum Gericht, schnelle und unbürokratische Verfahren wird seit langem auch – nicht nur in darauf spezialisierten Kreisen – in der Anwaltschaft als primär zu bevorzugende Alternative zum Zivilprozess betrachtet.

Schlichten statt Richten funktioniert auf hohem Niveau, weil die Beteiligten auf sach-licher und neutraler Ebene zusammengebracht und beteiligt werden und deshalb die Bewertung akzeptiert wird.

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